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11/11/2004

Präzision ist bares Geld wert bei der Herstellung chromatarmer Zementmischungen!

Um den allergieauslösenden Reaktionen des Chromats im Zement entgegenzuwirken, hat das Europäische Parlament am 18.06.2003 die Direktive 2003/ 53 EG erlassen. Danach darf der wasserlösliche Chrom-VI-Gehalt nur noch 2 ppm bezogen auf das Trockengewicht des Zements betragen.

Betraf die TRGS 613 bisher nur die von den Zementwerken hergestellte Sackware, so muss ab Mitte Januar 2005 auch die Loseverladung "chromatreduziert" werden. Zur chemischen Reduktion des gesundheitsschädlichen Chrom-VI-Gehalts wurde bisher hauptsächlich granuliertes Eisen-II-Sulfat (FeSo4) als Hepta Hydrat verwendet.

Mit dem nun stark ansteigenden Bedarf an chromatreduzierenden Additiven wird auch die Zugabe von Zinnsulfat (SnSo4) attraktiv. 
Darüber hinaus wird aber auch ein neues pulverförmiges Eisen-II-Sulfat als Mono Hydrat mit einer hohen Temperaturstabilität > 100 °C eine interessante Alternative.

Dadurch bestehen die Probleme der Hepta Hydrate mit der geringen Temperaturstabilität von < 40 °C nicht mehr.

Eigentlich muss nur der Zement, der zur Herstellung von Transportbeton eingesetzt wird, chromatreduziert werden. Daher stellt sich die Frage, ob nun gleich der gesamte hergestellte Zement z. Bsp. vor oder hinter der Mühle (VM/ HM) behandelt wird, oder ob es technisch möglich ist, nur die Loseverladung vor dem Befüllen der Silo-LKWs (LV) mit Additiven zu dosieren.

Für die Zugabe von Additiven bestehen unterschiedliche Möglichkeiten und technische Lösungen auch insbesondere wegen der stark differierenden Dosier- und Lagermengen.


Foto: GEL-Verfahrenstechnik

Zur Chromatreduzierung eignen sich alle Additive als Granulat oder Feingranulat, in Pulverform als Hepta oder Mono Hydrat ebenso wie Zinnsulfat. Ihre Unterschiede bestehen in der Lagerung, Förderung und Dosierung aufgrund der produktspezifischen Eigenschaften. 

Allgemein gilt!

  • Die Dosiermengen von Zinnsulfat sind etwa um eine Zehnerpotenz geringer als bei Eisen-II-Sulfat, d. h. die Lagerkapazität von FeSo4 ist entsprechend größer. 
  • Der Preis von SnSo4 liegt erheblich über dem von FeSo4. 
  • Die Anforderungen an die Dosiergenauigkeit und Dosierkonstanz sind bei SnSo4 erheblich höher als bei FeSo4. 
  • Die Aufstellungsmöglichkeiten vor Ort, die Förderentfernung und Lagermöglichkeiten sind bei der Wahl der vorgesehenen Additive zu bewerten. 
  • Vor der Entscheidung für den Einsatz eines bestimmten Additivs steht die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung als Kosten-/ Nutzen-Analyse. 
  • Darüber hinaus ist die Produktverfügbarkeit der Additive sowie die Bezugssicherheit ein wichtiges Kriterium. 
  • Vor der Mahlanlage wird mit Bestimmtheit eine ausreichende Durchmischung des Additivs mit dem Zement erreicht. Man ist jedoch gezwungen, allen Zement zu konditionieren. 
  • Hinter der Mahlanlage wird in Abhängigkeit von der Durchmischung auf dem weiteren Zementtransportweg eine gute Konditionierung erreicht. 
  • Bei der Silowagenverladung erfolgt die Aufgabe des Additivs auf die Luftförderrinne vor der LKW-Verladung. Abhängig vom Dosier- und Förderverfahren erfolgt abhängig vom Additiv eine gute Durchmischung. 
  • Hierbei besteht eine gewisse Unabhängigkeit dann, wenn weiterhin für die industrielle Fertigung kein chromatreduzierter Zement nachgefragt wird.

Quelle:

 

 

 

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