4. Filtrationsvorrichtung für statische Mischsiebe RSFgenius
Das von der Firma Gneuß Kunststofftechnik GmbH entwickelte und seit Jahren in der Praxis
erprobte, druck- und prozesskonstante sowie vollautomatisch arbeitende Filtriersystem
RSFgenius, zeichnet sich als Garant für gleichbleibende Extrudatqualität auf höchstem Niveau
ab. [15]
Der RSFgenius besteht im wesentlichen aus drei Teilen, einem Einlauf-, einem Auslaufblock
und einer sich dazwischen drehenden Siebscheibe (Bild 17). Die Dichtung dieser drei Teile erfolgt durch sehr enge Spalte und sehr harte sowie
ebene Oberflächen.

Bild 17: Technischer Aufbau des RSFgenius
Durch diese Bauweise ist gewährleistet, dass sämtliche schmelzeberührenden Bauteile
vollständig von Umwelteinflüssen wie z.B. Sauerstoff getrennt sind. Auf der Scheibe sind
ringförmig mehrere Siebelemente angeordnet, die sich durch den
Schmelzekanal bewegen. Beim Durchströmen der Siebfläche mit Kunststoffschmelze lagern
sich die Partikeln darauf ab, der Differenzdruck steigt leicht an. Die Steuerung reagiert auf
diesen Druckanstieg und lässt die Siebscheibe dann, wie in Bild 18 dargestellt, um etwa 1°
weitertakten.

Bild 18: Funktionsprinzip RSFgenius
Dadurch wird kontinuierlich verschmutzte Siebfläche aus dem Schmelzekanal heraus und
frische Siebfläche in den Kanal hineinbewegt. Durch diese Betriebsweise arbeitet das
Filtriersystem prozess- und druckkonstant. Die Variation der Druckdifferenz über dem Filter
(∆p) beträgt max. 2 bar.
Die Reinigung der verschmutzten Filterfläche erfolgt kurz vor dem Wiedereintritt in den
Schmelzekanal. Dabei wird der Schmutzkuchen durch eine Hochdrucksegmentrückspülung
abgereinigt. Hierzu wird bereits gefilterte Schmelze aus dem Auslaufblock in einen hydraulisch
angetriebenen Schusstopf „geladen“ und danach unter hohem Druck von hinten durch das
sich in der Siebscheibe befindliche Sieb in den Einlaufblock mit ca. 30 – 80 bar geschossen,
von wo sie definiert abgeführt wird. Dieser Reinigungsdruck wird auf einen zu bestimmenden
Druck konstant geregelt. Es wird jeweils nur ein kleines Segment (ca. 1% der Siebfläche)
freigeschossen, so dass jedes Mal ein definiert hoher Impuls zur Reinigung zur Verfügung
steht. Durch die Steuerung der Hydraulik ist sowohl der Weg des Schusskolbens
(=Schmelzemenge zur Abreinigung) als auch die Geschwindigkeit (=Intensität der
Abreinigung) frei justierbar, so dass für jede Anwendung eine optimal geringe Menge für die
Abreinigung verfügbar ist. Durch diese Arbeitsweise werden die Siebe annähernd zu 100%
gereinigt und können je nach Filterfeinheit bis zu 200 mal wiederverwendet werden.
Durch die Druckkonstanz ist ein störungsfreier Prozess möglich, der eine 100%-ige
Anlagenverfügbarkeit gestattet.
Somit ist eine zu jeder Zeit eine gleichbleibend hohe Qualität der Schmelze gewährleistet, egal
ob sich das Filtrationssystem in Wartestellung befindet, taktet, rückspült oder die Siebe
gewechselt werden. Eine Amortisation des Filtriersystems ist oft innerhalb eines Jahres zu
erreichen. [16]
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